Ralf Wagner
[14.7. 07]
Bahn-Theater
Was für eine
Inszenierung. Bisher kannte man die Bahn und ihrer Gewerkschaften
nur als Verbündete. Gemeinsam haben Sie wie es aussieht
die Trennung von Netz und Betrieb verhindert. Gemeinsam
erklärten sie immer wieder die moderaten
Preiserhöhungen der Bahn.
Doch nun gibt es Streit, denn offenbar gibt es neben
Monopolgewinnen auch Monopolarbeitsbedingungen und Monopollöhne.
Wie auch immer es ausgehen mag, letztlich werden sie wiederum
gemeinsam auftreten und die Rechnung präsentieren dem
Kunden. Denn eines kennen weder die Bahn noch ihre Beschäftigten:
echten Wettbewerb. Seit 1931 schützt die Überlandverordnung auf
den meisten Fernstrecken die Bahn vor der Konkurrenz durch den
Linienbus. Dort, wo es sie gibt, bezahlt der Kunde nur einen
Bruchteil der Kosten für ein Ticket der Bahn. Ökologischer ist
es wohl auch.
Wenn also die Bahn und ihre Gewerkschaften nun das Stück
aufführen Wir sind ein ganz normales Unternehmen und wir
wollen an die Börse, dann ist es allerhöchste Zeit, daß
der Bundesgesetzgeber diese Verordnung aus der Zeit des
Staatsunternehmen mit Reparationsverpflichtungen aufhebt.
Wahrscheinlicher ist jedoch leider, daß auch die Regierung zum
Mitspieler wird mit einen Blick auf die Erlöse bei einem
möglichen Börsengang
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